Infrarotheizung: Stromverbrauch zwischen Typenschild, ErP-Blatt und Laufzeit
Citara M 700 und 900: Nennwärmeleistung, abweichende el-max-Angaben und klar bezeichnete Verbrauchsannahmen auseinanderhalten.
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Für den Stromverbrauch braucht man elektrische Aufnahme und Zeit
Die Zahl im Modellnamen reicht für eine genaue Stromkostenprognose nicht aus. Elektrische Energie ergibt sich aus der tatsächlich aufgenommenen Leistung über die Zeit. Bei einem thermostatisch geschalteten Gerät kommen Einschaltphasen und Regelung hinzu. Eine höhere Nennwärmeleistung bedeutet deshalb nicht automatisch höhere Monatskosten bei identischem Komfort; dafür müssten Gebäude, Wetter und Nutzung vergleichbar sein.
Citara M 700 und Citara M 900 zeigen außerdem, warum man Quellenfelder lesen muss. Die aktuellen Produktseiten führen 700 beziehungsweise 900 W. Die separat verlinkten ErP-Blätter nennen 0,7 und 0,9 kW Nennwärmeleistung, unter dem Feld el max aber 0,728 beziehungsweise 0,935 kW. Diese unterschiedlichen Felder werden hier nicht stillschweigend gleichgesetzt.

Die tatsächlichen Herstellerangaben nebeneinander
Die folgende Tabelle übernimmt die Felder aus den beiden ErP-Blättern getrennt. Deren Überschrift ordnet el max dem Hilfsstromverbrauch zu. Wir addieren diesen Wert nicht blind zur Nennwärmeleistung und erklären ihn auch nicht ohne Herstellerklärung zur gemessenen Gesamtaufnahme. Genau diese missverständliche Tabellenstruktur ist eine Grenze der öffentlich zugänglichen Daten.
Für eine belastbare Verbrauchserwartung muss der Anbieter die elektrische Bemessungsaufnahme der gelieferten Ausführung bestätigen. Alternativ kann eine dafür geeignete Messung am freigegebenen Anschluss die tatsächliche Energie über einen ausreichend langen Nutzungszeitraum erfassen. Eine Hersteller-Nennangabe bleibt dabei von einer eigenen Messung zu unterscheiden. Wir haben keine der beiden Heizungen gemessen.
| Quellenfeld | Citara M 700 | Citara M 900 |
|---|---|---|
| Nennwärmeleistung P nom | 0,7 kW | 0,9 kW |
| Maximale kontinuierliche Wärmeleistung | 0,7 kW | 0,9 kW |
| Im Blatt ausgewiesenes el max | 0,728 kW | 0,935 kW |
| Integrierte Raumtemperaturkontrolle im Heizelement | Nein laut Blatt | Nein laut Blatt |
| Offener Punkt für exakte Kosten | Elektrische Gesamtaufnahme bestätigen | Elektrische Gesamtaufnahme bestätigen |
Ein transparentes Rechenbeispiel bleibt eine Annahme
Angenommen, die tatsächlich aufgenommene elektrische Leistung beträgt konstant 0,7 kW und das Gerät läuft vier Stunden ohne Unterbrechung: Dann sind es 2,8 kWh. Bei angenommenen 0,9 kW sind es in vier Stunden 3,6 kWh. Mit einem selbst gewählten Beispieltarif von 0,35 €/kWh ergeben sich 0,98 und 1,26 €. Das sind Rechenfälle, keine verifizierten Aufnahmewerte dieser gelieferten Paneele.
Würde stattdessen eine bestätigte elektrische Aufnahme von 0,728 beziehungsweise 0,935 kW gelten, wären es bei vier Stunden 2,912 und 3,740 kWh. Ob die genannten ErP-Felder tatsächlich so verwendet werden dürfen, muss wegen ihrer Beschriftung vorher geklärt werden. Wir verwenden die Alternative gerade nicht als verdecktes Verbrauchsversprechen. Im Rechner können Sie den vom Anbieter bestätigten oder geeignet gemessenen Wert selbst einsetzen.

Thermostatzeit ist keine volle Leistungszeit
Vier Stunden mit eingeschaltetem Regler sind nicht zwingend vier Stunden ununterbrochene Heizaufnahme. Eine passende Regelung kann das Element zwischendurch abschalten. Wie lang die Einschaltphasen sind, hängt unter anderem von Wärmeverlusten, Solltemperatur, Standort und Fremdwärme ab. Ein allgemeiner Prozentwert für die tägliche Einschaltdauer wäre ohne diese Bedingungen erfunden.
Umgekehrt kann ein zu knapp bemessenes Gerät lange laufen und die gewünschte Raumtemperatur trotzdem verfehlen. Die Leistung muss zur Heizaufgabe passen. Die Verbraucherzentrale warnt davor, eine elektrische Direktheizung im Gebäudebestand allein mit einfachen Anschaffungserwägungen zu beurteilen. Ein niedrigerer Gerätekaufpreis ersetzt keinen Vergleich der tatsächlichen laufenden Energiekosten.
Direktheizung nicht mit Wärmepumpen-Kennzahlen verwechseln
Ein Strahlungspaneel ist eine elektrische Direktheizung. Es nimmt nicht wie eine Wärmepumpe zusätzliche Umweltwärme auf. Eine behauptete mehrfache Wärmeausbeute darf deshalb nicht mit einem hohen Strahlungsanteil begründet werden. Raumkomfort, Wärmeverteilung und Energiebilanz sind verschiedene Fragen; eine warme Oberfläche ist kein Nachweis für außergewöhnlich niedrige Stromkosten.
Auch eine pauschale Ersparnis gegenüber jedem Konvektor lässt sich aus den beiden Leistungsangaben nicht ableiten. Ein fairer Vergleich benötigt dieselbe beheizte Fläche, Zieltemperatur und Nutzungszeit sowie die Gebäudeumstände. Unterschiedliche reale elektrische Leistungen für dieselbe Zeit zu multiplizieren beantwortet lediglich den Rechenfall, nicht die Frage nach gleichem Komfort.

Welche Daten sollten vor der Entscheidung vorliegen?
Für beide Citara-Varianten benötigen Sie bestätigte elektrische Aufnahme, passende Regelung und einen realistischen Nutzungsfall. Citara M 700 ist die niedrigere Nennwärmeleistungsvariante; Citara M 900 bietet mehr Nennwärmeleistung. Daraus allein folgt weder ein wirtschaftlicher Sieger noch ein ausreichender Ersatz für Ihre bestehende Heizung. Die widersprüchlich bezeichneten Quellenfelder bleiben sichtbar und sollten mit dem Hersteller geklärt werden.
Nutzen Sie Ihren tatsächlichen vertraglichen Arbeitspreis statt des hier ausdrücklich hypothetischen 0,35-€-Werts. Dokumentieren Sie bei einer späteren Messung Zeitraum, Einstellungen und Bedingungen. Dann lässt sich die gemessene Energie mit dem Tarif multiplizieren, ohne eine unbekannte Thermostatquote zu erfinden. Tagesaktuelle Gerätepreise und Stromtarifangebote sind nicht Teil dieses Vergleichs.


